Pressespiegel

Die lebenskluge Mutter von vier Kindern ist bei dieser Märchenparaphrase mit der phantasievoll spürigen Schriftstellerin eine Symbiose eingegangen (sie heißt Roswitha Zauner), um aus dem Schneewittchen eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte zu machen. Noch dazu eine, an der wir alle ausnahmslos irgendwie laborieren. Ja, staunen Sie nur! Der Erfolgsstar des Showgeschäfts, die Siegerin, ausgezeichnet mit dem schwarzen Strumpfhalter (made in U:S.A.) hat sich einen schon etwas senilen europäischen König geangelt und versucht nun, die dritte Macht, das naturhafte, von der Zivilisation noch nicht total korrumpierte Schneewittchen die Tochter des Königs, auszutricksen. In diesem Kampf um das Prestigemonopol schreckt die kalte Sexformalistin auch vor dem Mord nicht zurück. Aber...! Sobald die Schutzengel des handliche Format von Gartenzwergen annehmen, kommt der Kriminelle nicht an sein Ziel. Bei aller bitterer Parodie, welche da mit einfließt, siegt schließlich doch das „Märchen“: die Jugendbewegung in ihrer Unbescholtenheit über die Altersgroteske. Möge dies eine gute Prognose sein und den kindlich interessierten Zuhörern ins Unterbewusstsein schlüpfen. Denn Roswitha Zauner, Künstlerin und Pädagogin in einem, versteckt die Tiefe ganz nahe an der Oberfläche, also dort, wo man der Tiefe nicht so leicht entwischt. Die Bebilderung von Gesine von Loesch tut ein übriges, um mit sanftem Waldgruseln und dramatischem Filmschnitt die Effektivität der witzigen Wörtlichkeit auch für den jugendlichen Leser zu erhöhen.
Franz Richter, Die Furche
 
Mit „Schneewittchen“ schießt Roswitha Zauner den Vogel ab: Die Grundstruktur des Märchens ist zwar ebenso wie dessen Figuren erhalten geblieben, doch sind diese mit viel Witz und Fantasie modifiziert und überzeichnet worden. Die Autorin hat zudem die berühmte Geschichte durch köstlich konturierte Gestalten und Begebnisse erweitert. Die gelungene Verschränkung von Märchenelementen mit einer frischen, heutigen Sprache, die auf reizvolle Weise von poetischen Passagen unterbrochen wird, trägt zu einer für Kinder und Erwachsene vergnüglich zu lesenden Parabel eines Sittenbildes bei. Die stimmungsvollen Illustrationen sind von Gesine von Loesch.
m.c. (Margret Czerni) Neues Volksblatt
 
Die mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnete Autorin Roswitha Zauner legt darin eine originelle, mit vielen überraschenden Details angereicherte Neufassung des Grimm-Märchens „Schneewittchen“ vor, in der sie sich als Erzählerin von Rang zu erkennen gibt, die in ihre farbige Erzählweise sehr viel Poesie einzubringen vermag. Das Märchen erscheint in der mit überlegenem Humor gewürzten Darstellung der Autorin zeitgemäß verfremdet, obwohl sein anmutiger Zauber voll gewahrt bleibt. Roswitha Zauner weiß mit subtilen sprachlichen Mitteln starke Wirkungen zu erzielen.
Albert Janetschek in Podium
 
Roswitha Zauner schneidet nicht mit dem kalten Seziermesser in das alte Volksmärchen vom „Schneewittchen“. Sie erzählt mitfühlend, ausschmückend und heiter pointierend die überlieferte Geschichte nach, lässt dazwischen Verse rezitieren, liefert eine Art geschriebenen Märchenfilm. Jedenfalls könnte man sich ihr „Schneewittchen“ so auf der Leinwand oder im Kindertheater vorstellen. Durchaus auch in Begleitung der Eltern, die ihre Freude daran hätten, dass die feenhafte Substanz der Phantasie hier so behutsam bewahrt und bereichert wurde.
Eduard Ch. Heinisch, ORF
 
Roswitha Zauner greift in „Schneewittchen“ das berühmte Märchen der Brüder Grimm auf und erzählt es auf ihre Weise, indem sie Personen und Ereignisse erfindet und so die Geschichte ganz wesentlich erweitert und modernisiert: das Hochzeitsfest der Stiefmutter, das Auspacken der Geschenke, der Blick in den Spiegel werden sehr realistisch erzählt; die neuen Gestalten, z.B. der Bucklige, der Obersthofmarschall und der Kellermeister Valentin könnten Menschen unserer Zeit sein. Da gibt es allerlei schalkhafte und humorvolle Momente in den kleinen und sehr belebenden Dialogen; das Ende der bsen Stiefmutter, der Tanz mit den glühenden Schuhen, wird ausführlich beschrieben (bei Grimm sind es zwei Zeilen). Die Illustrationen, die das Buch schmücken, sind von Gesine von Loesch.
Helmut Salfinger, Oberösterreichischer Kulturbericht
 
Voll Poesie und leisem Humor: R. Zauners Schneewittchen
Märchen gehören zum dichterischen Urschatz aller Völker. Eines der schönsten Märchen hat Roswitha Zauner jetzt neu erzählt, und zwar mit augenzwinkerndem, leisem Humor und viel poetischem Charme, sodass die jungen Leser eine spannende Geschichte erleben, Erwachsene neuen Spaß an der Wiederbegegnung mit Altvertrautem. Ein Buch, das in keiner Sammlung fehlen sollte.
Wohl spielt auch bei Roswitha Zauner das Geschehen in der Märchenzeit, aber unverkennbar tragen die Personen durchaus zeitgemäße Züge. überbordende Bürokratie, zarte Liebeshändel ebenso wie berechnende, Titel- und Ordenssucht - alles nimmt Roswitha Zauner auf die Schaufel. Aber nie derb, sondern voll irrlichterndem Spaß und wissendem Verständnis.
Eduard Wiesinger, Monatsblattl

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